KINO: Verrückte Weihnachten


Weihnachten bei den Kranks
Und der Weihnachtsmann kennt sie alle!
Chris Columbus, Macher der beiden ersten Potterfilme, hat für Regisseur Joe Roth nach einem Grisham-Roman einen Weihnachtsfilm geschrieben, der sich als Anti-Weihnachtsfilm tarnt, dann aber in schneebeglänzten Emotionen durch ein noch viel fröhlicheres Fest schlittert. Oder nicht?
Wäre der Film so ernst gemeint, wie er von vielen verstanden wurde, dann handelte er ausschließlich von der Solidarität amerikanischer Nachbarn, die Weihnachten zu einer wahren Bürgerpflicht macht. Aber das kann es nicht sein, hier sind Tim Allen, Jamie Lee Curtis und Dan Aykroyd am Werk, bei solcher Vorgabe muss mehr dahinter stecken als eine vordergründig simple Story.

Tim Allen ist der Geschäftsmann Luther Krank, der sich, weil die einzige Tochter den Kinderschuhen entwuchs und Weihnachten im Ausland verbringen will, kurzerhand entschließt, seine Frau Nora (Jamie Lee Curtis) in einen Luxusurlaub zu entführen. Programmatisch unbeugsam spulen die beiden fortan ihr Anti-Weihnachtsprogramm ab, angefeindet von aller Welt. Doch dann, in letzter Minute, kündigt sich das Töchterchen doch an und will sogar noch einen Lover mitbringen, der ein echt amerikanisches Weihnachtsfest kennenlernen will.

Die Kranks drehen nun wieder wie verrückt am Weihnachts-Rad, es gelingt ihnen aber erst mit der von Nachbar Vic Frohmeyer (Dan Aykroyd) geballt organisierten Hilfe der ganzen Straße, in wenigen Stunden doch noch alles auf die Beine zu stellen. Die Nebenhandlung trägt dabei ein altes Pärchen aus der nächsten Nachbarschaft, das wegen der schweren Krankheit der Frau wohl das letzte gemeinsame Fest begehen soll, dann aber anstelle der Kranks den Traumurlaub antritt.

Komisch ist der Film, unbenommen, nicht selten sogar arg überzogen, und eine mittlere Katastrophe löst die nächste ab, so dass man sich nicht im Klaren ist, ob es die Kranks sind, die kein Fettnäpfchen auslassen, oder die Macher des Films. Aber was wird uns denn nun mit auf den Weg gegeben, außer dass wir alle gute Amerikaner sein sollten, um richtig Weihnachten feiern zu können?
Man kann nur zu dem einen Schluss kommen, dass es sich um einen Film für US-Amerikaner handelt, und zwar für die Sorte, die über sich lachen können. Und das sollte man dann vielleicht doch gesehen haben.