BUCHREZENSION


Zeitintensiv
Zur Neuerscheinung von Andreas Eschbach
"Null-Komma-Sechs-Acht Sekunden, Sir. Für einen Androiden ist es fast eine Ewigkeit." (Lt. Cmdr. Data in "Star Trek - First Contact")

Wie beginnt man eine Rezension über ein Buch, welches von der Zukunft der Menschheit handelt? Ich brauchte eine Ewigkeit, um mir über den Anfang dieses Artikels klar zu werden, bis ich feststellte, dass ich noch nicht einmal sicher bin, ob ich weiß, was Ewigkeit überhaupt bedeutet.

Andreas Eschbach liefert mit seinem "Buch von der Zukunft" eine neuartige Form von Lesevergnügen. Es ist kein Roman, und Sachbücher machen oft weniger Freude, sie zu lesen, demnach ist es auch kein Sachbuch.
Die ersten Kapitel beschreiben ausführlich die Fehler und Fehleinschätzungen früherer Propheten und Weissager, wie etwa Nostradamus, und die verschiedenartigen Methoden, Vorhersagen zu machen und sich dafür nicht verantwortlich fühlen zu müssen. Weiterführend verspricht Eschbach, uns auf seine Reise in die Zukunft mitzunehmen und uns bei seinen Recherchen über seine Schultern schauen zu lassen.
Doch was tut Eschbach dann? Er spricht nicht etwa darüber wie die Zukunft aussehen wird. Vielmehr nimmt er uns mit auf eine Entdeckungsreise, wie die Zukunft sein könnte. Er spricht von seinen Recherchen des Möglichen, nicht aber von dem Wahrscheinlichen. Damit distanziert er sich deutlich von den vorgenannten, fehlerhaft spekulierenden Visionären.
Doch dies macht sein Buch nicht langweilig, vielmehr verpackt er seine recherchierten Ergebnisse je nach Gehalt in einen witzigen, düsteren, gesellschafts- oder auch politkritisierenden Kontext und animiert damit zum Weiterlesen.

Fazit: Diesen Eschbach sollte man gelesen haben, um für die Zukunft gewappnet zu sein.

Andreas Eschbach: Das Buch von der Zukunft. Rowohlt 2004.