KOLUMNE


Eine wahre Geschichte
Artus: Kriegerkönig mit historischem Hintergrund?
Die Frage, wer König Artus wirklich war, diskutieren Geschichts- und Literaturforscher seit Jahrzehnten. Artus ist ein Name, der seit der mittelalterlichen höfischen Epik für Integrität, Treue, Ritterlichkeit und Tugend steht. Viele namhafte Regisseure und Schauspieler verliehen diesem Namen Form, Gesicht und Charakter. Doch bis jetzt bezogen sich dieses Darstellungen ausschließlich auf die epische Figur des König Artus und seiner Tafelrundenritter.

Im neuen "King Arthur" werben Produzent Jerry Bruckheimer und Regisseur Antoine Fuqua damit, die wahre Geschichte eines historischen Arthur zu zeigen. Hier ist Arthur, eigentlich Artorius Castus, ein britannischer Römer und Feldherr der letzten Garde sarmatischer Reiter, mit denen er den Rückzug der römischen Truppen aus der entlegenen und unhaltbar gewordenen Kolonie Britannien deckt. Nach fünfzehn Jahren harten Dienstes in der römischen Armee erwartet seine Getreuen die Freiheit und ihn die Rückkehr nach Rom, wo er seinen geliebten Mentor Pelagius wiederzusehen hofft.
Doch bevor es soweit ist, sollen Arthur und seine Ritter noch auf eine letzten Mission gehen. Hinter den Linien der feindlichen Picten lebt eine römische Familie, die unbedingt gerettet und nach Rom gebracht werden soll.
Überraschend tiefgründig und handlungsintensiv gelingt es Fuqua den harten Kampf der römischen Soldaten darzustellen. Der Film handelt nämlich nicht nur vom Kampf der Ritter gegen die Picten und gegen die einfallenden Sachsen, sondern auch um die inneren Kämpfe, die diese Krieger auszustehen haben, um Glauben, Solidarität und Treue, Ehre, um Wünsche und Hoffnungen und nicht zuletzt um die Liebe.

Schonungslos wird der frühmittelalterliche Klerus in seiner Verlogenheit, Falschheit und Feigheit an den Pranger gestellt. Im krassen Gegensatz zu den in der höfischen Epik üblichen frommen christlichen Rittern der Tafelrunde sind es hier die kampferprobte Heiden, die mehr von den Werten umsetzen, die sich das Christentum auf seine Fahnen schreibt, als es hier die Kirchenmänner vermögen.

Ebenso entpuppt sich die einst so höfische und edle Dame Guinivere als nicht weniger herrschaftliche und anmutige aber kämpferische Pictenfürstin, die den Männer in Kampfkraft und Mut keineswegs nachsteht. Und nicht zuletzt ist der Zauberer Merlin weniger eine mythische Figur als vielmehr ein keltischer Stammesführer und Seher. "King Arthur" bietet ein angenehmes Gleichgewicht zwischen Action und Tiefgang und zeigt die tiefe Zerrissenheit eines unterjochten Landes, dessen Bewohner nicht nur überleben sondern auch frei sein wollen.

Zu guter Letzt sei noch gesagt, dass Til Schweiger in seiner Rolle als rauer Sachsenfeldherr Cynric leider gar nicht überzeugt, er sollte wohl besser bei Komödien à la (T)Raumschiff Surprise oder Der Bewegte Mann bleiben. (lk)